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Gastkommentar

Vereine in der Krise

Markus Breitenlechner

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am

Foto: Pixabay / Alois Grundner

Vereine, die Kulturtreibenden des Landes, sind für viele eine Freizeitbeschäftigung, für die meisten gar ein Ausgleich zum oft eintönigen Berufsleben. Sage und schreibe 55 Prozent der Österreicherinnen sind in einem Verein tätig. Doch viele davon stehen am finanziellen Abgrund.

Kommentare entsprechen nicht zwingend der Meinung der gesamten Redaktion.

Eigene Erfahrung ist die Quelle des Unterbewusstseins. Und meine eigene Erfahrung was Vereine angeht, die ist schon ziemlich groß. Ich selbst bin bei einer Musikkapelle, ebenso mein Bruder. Mein Vater ist bei der Freiwilligen Feuerwehr und man kann bei uns in kein Wirtshaus gehen ohne Vereine und deren Mitglieder zu sehen.

Das hat schon was, ohne Frage. Immer und überall auf Engagement und Leidenschaft, Gleichheit und Gemeinschaft zu treffen. Es ist ein großer Teil einer Dorfgemeinschaft. Vereine gehören zu jeder Art von Gemeinde, zur Kultur eines jeden Dorfes, jeder Stadt und jeder Marktgemeinde. Und das schätzen auch Politiker. Doch Hilfsfonds sind hier keine Lösung. Es braucht andere Regelungen.

Feuerwehrübungen kann es nicht geben, da die Einsatzkräfte oft näher als einen Meter zusammenrücken müssen, Mundschutz ist alles andere als alltagstauglich. Musikkapellen dürften auftreten – aber nur mit einem Meter Abstand zwischen allen Kulturtreibenden. Das ist nicht umsetzbar. Und da nur die Konzerte flöten gehen und nicht die Musiker ist es nicht nur ein persönliches Loch. Es geht auch um das Geld. Veranstaltungen wie Feste und Konzerte mussten abgesagt werden. Das Geld, das die Musiker, Schützen, Feuerwehren, Bergrettungen und viele mehr aufgrund der Regelungen nicht bekommen können, treibt die Vereine in den Ruin. Rote Zahlen auf dem Konto sind momentan keine Seltenheit. Und das wirkt sich auf die Bevölkerung aus. Denn wenn Musikkapellen, aber auch Theatervereine nicht auftreten können, dann wirkt das Dorfgeschehen leer. Und wenn Bergrettung und Feuerwehr nicht üben können, dann steigt das Risiko, im Ernstfall nicht gewappnet zu sein.

Ich möchte an die Regierung appellieren: Bitte schaffen Sie eine Möglichkeit, dass Proben und Auftritte von allen wieder realistisch sind. Das hätte eine positive Auswirkung auf Psyche und die monetäre Lage der Vereine. Sie können mit einem einzigen Erlass Existenzen retten!

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Gastkommentar

Die Regierung – eigentlich den Bürgern verschrieben

Markus Breitenlechner

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am

Foto: Bundesministerium für Finanzen

Man weiß nicht, was momentan los ist. Schon ein wenig politische Verdrossenheit und die Aufmerksamkeit lässt nach. Permanent regierungstreue Bürger würden sagen es ist eh alles okay. Doch aktuelle Vorkommnisse lassen Zweifel aufkommen.

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So kommt in etwa das erste Thema: Der Ibiza-Untersuchungsausschuss. Natürlich waren Bundeskanzler Sebastian Kurz und Finanzminister Gernot Blümel nicht die einzigen Gäste, doch neben Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka sind sie letztens im U-Ausschuss die brisantesten Anwesenden gewesen.

Laut der Tageszeitung „Der Standard“ betonte der Bundeskanzler während seiner Befragung vor den Abgeordneten 29 Mal, sich nicht an Gefragtes erinnern zu können. Getoppt wurde diese Leistung nur vom Bundesminister für Finanzen, Gernot Blümel. Der Wiener berief sich auf ganze 86 Gedächtnislücken. Die Absurdeste davon scheint die Antwort auf die Frage, ob er einen Laptop besitze. Denn auch dabei bezog er sich auf Gedächtnislücken. „So ein junger Mensch, der sich an nichts erinnern kann. Ich mache mir Sorgen um die Finanzen in Österreich“, kommentierte NEOS-Mandatar Helmut Brandstätter auf Twitter. Und wenn sich einer der Regierungsmitglieder nicht mehr zu helfen wusste, sprang der Vorsitzende Sobotka ein und betonte, dass jeweilige Fragen nicht Verhandlungsgegenstand wären.

Die zweite Unzumutbarkeit, die diese Woche von statten ging, ist die Causa Bundesheerreform. Das in der Übergangsregierung von Offizier Thomas Starlinger geleitete Ressort der Verteidigungspolitik kündigte noch im vergangenen Jahr gesteigerte Investitionspläne an, welche nun über den Haufen geworfen werden. Bundesministerin Tanner betonte am Montag, dass auf weniger schwere Schusswaffen gesetzt wird, dass Kasernen geschlossen werden – und vieles mehr. Daraufhin hat der Oberbefehlshaber des Bundesheer, Bundespräsident Alexander van der Bellen, sofort die nötigen Schritte eingeleitet, um mit der Ministerin Kontakt aufzunehmen. Am Donnerstag dann, bewies sie in der ZiB 2 mangelnde rhetorische Kompetenzen und ruderte zurück, es würden keine Kasernen geschlossen werden. Dem Ganzen setzte sie durch unnötige Aussagen noch eine Spitze auf, wie in etwa das mehrfache Betonen ihres vorhergehenden Besuches in der Steiermark oder, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt gerne bereit ist ein weiteres Interview zu geben, in dem wirkliche Informationen fließen würden. Rhetorikkurs à la Landesrat Tilg. Doch dann kam das Interview mit ihr im Radiosender Ö1. Dort gab es keine inhaltlich relevanten Aussagen. Sinngemäß zusammengefasst betonte sie, dass sie das Regierungsprogramm der Bundesregierung Kurz II und die Bundesverfassung für gleichwertig hält. Sie bewies jedoch, jetzt zu wissen, was der Unterschied zwischen einer Garnison und einer Kaserne ist.

Dies wäre aber eigentlich eine Grundkompetenz einer Ministerin für Verteidigung, genau wie die Dienstgrade. Man kann argumentieren, dass die Frau Verteidigungsministerin niemals eine Tätigkeit in der Landesverteidigung ausführte, doch dabei gibt es zwei sehr schmerzhafte Fakten. Zum einen sollte ein Minister über Grundwissen seines Ressorts verfügen, zum anderen ist es eine Zumutung, eine fachinkompetente Person an die Spitze eines Ministeriums zu stellen.

Als Spitze des Eisberges ist anzumerken, dass für die Österreichische Volkspartei die Aussage „widerwärtiges Luder“ offenbar in Ordnung, doch die Wiener Redensart „des is Oasch“ zu verurteilen sei.

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